St. Pauls und van Gogh
Nachdem ich die Kathedrale mit der weltweit zweitgrößten Kuppel nach dem Petersdom bisher immer nur von außen gesehen hatte, bin ich heute mal ins Innere und habe mir St. Pauls bei einer geführten Tour erklären lassen. Beim Betreten der Kirche wurde ich erstmal von dem grandiosen Innenraum erschlagen: Alles ist lichtdurchflutet und vor allem im Altarflügel der Kirche mit unbeschreiblich viel Gold und Mosaiken verziert. Zudem wirkt St. Pauls von innen noch größer als von außen. Im letzten Jahr wurde übrigens der gesamte Innenraum der Kirche für 60 Millionen Euro gesäubert und renoviert. Wenn man sich die ungesäuberte Vergleichsstelle nahe des Eingangstores anschaut, weiß man das auch wirklich zu schätzen: Von einem "fast schwarz" hat man alle Wände wieder in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt und den Steinen ihre Naturfarbe wieder gegeben.Um 12 Uhr wurde die Führung einige Minuten für das Mittagsgebet und ein "Vater unser" unterbrochen, dann ging es in die Krypta der Kathedrale. Dort unten sind eine Menge berühmter Briten wie z.B. der Maler William Turner oder die Feldherren Duke Wellington (Waterloo) und Lord Nelson (Trafalgar) beigesetzt. Zudem hängen hier verschiedenste Regimentsfahnen von berühmten englischen Schlachten. Von den sechs Fahnenhaltern der Schlacht von Waterloo ist einer leer: Die Farben der damals alliierten Preussen wurden mit Beginn des ersten Weltkrieges entfernt. - Eine Fahne des aktuellen Feindes im eigenen Heldenkeller zu haben, empfand man da wohl nicht mehr als angebracht.
Auf den Treppen vor der Kathedrale machte ich im Anschluß einen kleinen "Marks and Spencer"-Lunch und bin weiter zur britischen Nationalgalerie. Die dortige Führung fing erst einmal etwas trocken an. Nach ein paar Minuten stellte sich der führende Kunsthistoriker aber als ein lustig verschrobener Vogel heraus und die Tour wurde auch für "Nicht-Hardcode-Kunstfans" wie mich interessant. Ebenfalls interssant war auch die Mischung des Publikums: Da gab es zum einen das wohl schon alle Museen der Welt bereiste Senioren-Paar mit schlauen Zwischenfragen, zum anderen aber auch die Australier mit kurzen Hosen und Flipflops. Nach der Tour endete mein heutiges Kulturprogramm dann mit van Goghs Sonnenblumen, ein paar selbst mir bekannten Dalis und Gauguins (Eva hat schon gute Arbeitet geleistet) und der Felsgrottenmadonna - "Da Vinci Code" läßt grüßen.

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