Montag, August 28, 2006

Notting Hill Carneval

"Interessant" dachte ich mir bei meiner Ankunft in Paddington, "es ist Notting Hill Carneval und die Notting Hill Tube Station ist gesperrt". Also bin ich schon eine Station früher in Bayswater aus der U-Bahn und habe mich in den Ausnahmezustand gestürzt: Seit den 60er Jahren feiert die karibische Gemeinde Londons jedes Jahr am letzten Bank-Holiday-Weekend ihren Carneval. Ich hatte den Erzählungen nach ja schon einiges erwartet, aber so groß und umwerfend habe ich mir das Ganze dann doch nicht vorgestellt.

Im sonst so beschaulichen Stadtteil Notting Hill war heute es mindestens genauso voll wie sonst nur im Westend. Die Straßen komplett gesperrt, überall gab es karibisches Jerk Chicken vom Barbecue und dazu importiertes, jamaikanisches "Red Stripe" Bier. Selbst die konservativsten britischen Pubs waren heute auf den Zug aufgesprungen und passten sich mit Musik und Getränken an. In den Straßen waren mehr als 50 verschiedene "Sound Systems" verteilt und sorgten mit Samba, Salsa, Reggae und Rap auch für die entsprechende karibische Party-Atmosphäre. - Teilweise mit einer Bassleistung, die sich schon aus einiger Entfernung in der Magengegend bemerkbar machte.

Dazu rollte ein riesiger Samba-Umzug nach brasilianischem Vorbild stundenlang durch die vollgestopften Straßen. Die besten Sichtplätze hatten da wohl noch die Anwohner, die Ihre Balkone und (Vor-)Dächer in Privatpartys umfunktioniert hatten. - Ausnahmezustand, anders kann man das wirklich nicht beschreiben. So sahen das wohl auch die überall verteilten Bobbies, die regelten, was noch zu regeln war. Und dabei wohlwollend die auf den Bushaltestellen tanzenden Menschen und den überall herumhängenden süßlichen Geruch vom Selbstgedrehtem tolerierten.

P.S.: Gaaaaaaaaanz viele Bilder gibt es im Fotoalbum.