Harry und Jack
Heute habe ich mir London einmal von einer anderen Seite angeschaut: Unter professioneller Führung, mit dem guten alten Stadtrundgang unter dem modernen Begriff "London Walks". An jedem Tag der Woche kann man hier zwischen einer Vielzahl an geführten Touren durch die verschiedenen Londoner Stadtteile teilnehmen. Ich habe mich heute morgen für die "Famous Square Mile" entschieden, die "City of London", den Ursprung und der Keimzelle des heutigen Londons.
Um halb elf traf ich mich also mit 15 Gleichgesinnten an einer Londoner Tube-Station und zog mit einem etwas älteren Ur-Londoner durch von den Wochenend-Touris sonst nicht wahrgenommene Teile der Stadt - und da gibt es wirklich einiges zu entdecken. Nach einer schmalen Gasse standen wir zum Beispiel vor einer alten Kirche. Als wir "hineingingen", stellte sich diese als Park heraus: Das Dach war beim großen Londoner Feuer eingestürzt, danach hatte man im Innenraum der Kirche Bäume und Sträucher gepflanzt. Die gruppieren sich nun um einen kleinen Brunnen in der Mitte der Ruine. Ich glaube da hätte ich alleine nie hingefunden. Ein Stückchen weiter standen wir in einem alten, viktorianischen "Einkaufszentrum". Im ersten Harr Potter Film hatte es einen Auftritt als Winkelgasse - dem Ort, an dem Harry seine Eule, seinen Zauberstab und seinen Kessel kauft. So ging es dann weiter durch andere interessante und versteckte Teile der Innenstadt.
Schade war eigentlich nur, daß es in London keine wirkliche "Altstadt" zu geben scheint. Es gibt zwar viele historische Gebäude, sehr alte Häuser und kleine Gassen, aber immer nur Stückchenweise und etwas zerstreut. Das mag zum einem am Bauboom der letzten Jahrzehnte liegen, zum anderen aber auch an der umfangreichen Bombardierung Londons durch die Deutschen im zweiten Weltkrieg. Und natürlich am "großen Feuer": Wie so ziemlich jede Großstadt, hat London auch eine herausragende Naturkatastrophe, die in jedem dritten Satz eines Stadtführers vorkommt. So wie in Lissabonn immer vom "großen Erdbeben von 1755" die Rede ist, heißt es in London "Und hier stand bis zum großen Feuer von 1666"...
Nach dem Formel1-Rennen im Sportscafe (endlich jubelten mal nicht die Briten ;-) wollte ich gegen abend eigentlich nochmal ins Globe Theate, aber das war leider ausverkauft. Also entschied ich mich für einen zweiten "London Walk", der im Gegensatz zur kleinen Gruppe vom Morgen schon eher die Massen der Touristen anlockte. Die "Jack the Ripper" Tour. Am Sonntagabend wird die dann auch noch von Donald Rumbelow (nicht Dumbledore) geführt. Das ist quasi DER britischen Ripper-Experte/Autor - und das äußerte sich natürlich in der Nachfrage. Deutlich über 100 Menschen standen um halb Acht in der Nähe des Towers. Zum Glück hatte der Führer noch eine zweite Führerin zur Aufteilung der Gruppe mitgebracht, aber das nette "wir laufen in einer kleinen Guruppe durch die Stadt"-Gefühl vom Morgen stellte sich so irgendwie nicht ein. Lustiges Detail am Rande war hier eine improvisierte "Ripper-Mord-im-Fenster-Vorstellung" hinter dem Rücken des Führers. Die Anwohner wollten wohl auch ihren Spaß haben - wenn schon jeden abend so eine Meute vor dem Haus vorbeiläuft ;-)
Vom finanziellen Aspekt her ist die Ripper-Tour aber auf jeden Fall interessant: Hundert mal sechs Pfund, geteilt durch 2, mal 1.5... macht €450 für knappe zwei Stunden - das möchte ich in der Zeit auch mal verdienen.
Um halb elf traf ich mich also mit 15 Gleichgesinnten an einer Londoner Tube-Station und zog mit einem etwas älteren Ur-Londoner durch von den Wochenend-Touris sonst nicht wahrgenommene Teile der Stadt - und da gibt es wirklich einiges zu entdecken. Nach einer schmalen Gasse standen wir zum Beispiel vor einer alten Kirche. Als wir "hineingingen", stellte sich diese als Park heraus: Das Dach war beim großen Londoner Feuer eingestürzt, danach hatte man im Innenraum der Kirche Bäume und Sträucher gepflanzt. Die gruppieren sich nun um einen kleinen Brunnen in der Mitte der Ruine. Ich glaube da hätte ich alleine nie hingefunden. Ein Stückchen weiter standen wir in einem alten, viktorianischen "Einkaufszentrum". Im ersten Harr Potter Film hatte es einen Auftritt als Winkelgasse - dem Ort, an dem Harry seine Eule, seinen Zauberstab und seinen Kessel kauft. So ging es dann weiter durch andere interessante und versteckte Teile der Innenstadt.Schade war eigentlich nur, daß es in London keine wirkliche "Altstadt" zu geben scheint. Es gibt zwar viele historische Gebäude, sehr alte Häuser und kleine Gassen, aber immer nur Stückchenweise und etwas zerstreut. Das mag zum einem am Bauboom der letzten Jahrzehnte liegen, zum anderen aber auch an der umfangreichen Bombardierung Londons durch die Deutschen im zweiten Weltkrieg. Und natürlich am "großen Feuer": Wie so ziemlich jede Großstadt, hat London auch eine herausragende Naturkatastrophe, die in jedem dritten Satz eines Stadtführers vorkommt. So wie in Lissabonn immer vom "großen Erdbeben von 1755" die Rede ist, heißt es in London "Und hier stand bis zum großen Feuer von 1666"...
Nach dem Formel1-Rennen im Sportscafe (endlich jubelten mal nicht die Briten ;-) wollte ich gegen abend eigentlich nochmal ins Globe Theate, aber das war leider ausverkauft. Also entschied ich mich für einen zweiten "London Walk", der im Gegensatz zur kleinen Gruppe vom Morgen schon eher die Massen der Touristen anlockte. Die "Jack the Ripper" Tour. Am Sonntagabend wird die dann auch noch von Donald Rumbelow (nicht Dumbledore) geführt. Das ist quasi DER britischen Ripper-Experte/Autor - und das äußerte sich natürlich in der Nachfrage. Deutlich über 100 Menschen standen um halb Acht in der Nähe des Towers. Zum Glück hatte der Führer noch eine zweite Führerin zur Aufteilung der Gruppe mitgebracht, aber das nette "wir laufen in einer kleinen Guruppe durch die Stadt"-Gefühl vom Morgen stellte sich so irgendwie nicht ein. Lustiges Detail am Rande war hier eine improvisierte "Ripper-Mord-im-Fenster-Vorstellung" hinter dem Rücken des Führers. Die Anwohner wollten wohl auch ihren Spaß haben - wenn schon jeden abend so eine Meute vor dem Haus vorbeiläuft ;-)Vom finanziellen Aspekt her ist die Ripper-Tour aber auf jeden Fall interessant: Hundert mal sechs Pfund, geteilt durch 2, mal 1.5... macht €450 für knappe zwei Stunden - das möchte ich in der Zeit auch mal verdienen.

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