Der Sommer ist da
Zum Gruseln wollten wir heute Mittag eigentlich ins London Dungeon, einer Mischung aus Museum und Theater, in dem die dunkle Londoner Geschichte von der Pest bis hin zu Jack the Ripper aufgearbeitet wird. Die Warteschlange vor dem Eingang war dann auch wirklich grausig: Schlappe anderthalb Stunden hätte man Anstehen müssen.Da haben wir uns dann lieber mit unserem Mittagessen an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Tower Bridge niedergelassen. Das Wetter lud geradezu dazu ein: Mit dem ersten Sonnenstrahlen zogen Londoner in Sommerkleidern und Flipflops an uns vorbei, Eltern ließen ihre Kinder barfuß in kleinen Brunnen spielen. Das Thermometer zeigte dabei auch wonnige 12°C (gefühlt: 12°C). Kein Witz: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was mit den Briten in Sachen Temperatur los ist. In der letzten Woche hätte ich schon sketpisch sein sollen, als sich eine Kollegin auf der Arbeit über die bald beginnende "Flipflop-Season" freute. Mit einer Jacke und dem Gesicht zur Sonne ist es auch recht angenehm. Aber ich möchte nicht wissen, wie viele Londoner Kinder am Montag eine Erkältung haben, nur damit ihre Eltern den Verwandten in Spanien vom tollen britischen Wetter erzählen können.
Nach unserem Besuch der Tower Bridge besichtigten wir dann den angrenzenden Tower of London. An dieser Stelle muss ich mich jetzt wohl mal als Kulturbanause outen: Bisher hatte ich immer die Brücke an sich als Hauptbauwerk betrachtet und mir den eigentlichen Tower als kleines Gebäude an der nördlichen Seite der Themse vorgestellt. Pustekuchen. In Wahrheit ist der Tower ziemlich groß: Er besteht erstmal aus dem ursprünglichen White Tower, einem Innenhof, einer großen Anzahl von Gebäuden, sowie einer inneren und einer äußeren Befestigungsmauer. Mit einem Audioguide ausgestattet haben wir dann einen großen Teil der Anlage besichtigt und dabei viel über die teilweise blutige Vergangenheit der Gebäude erfahren. Highlight des Besuchs im Tower ist das 1996 eröffnete Besichtigungshaus der Kronjuwelen. Die Queen hat sich dabei scheinbar von diversen Freizeitparks inspirieren lassen: Nach dem Einlaß schlängelt man sich zuerst einmal durch einige Räume im vorderen Teil des Hauses und wird dabei von Videos und Dekorationen auf das eigentliche Besuchsziel eingestimmt. Die ersten Ausstellungsstücke können noch "zu Fuß" besichtigt werden, an den eigentlichen Kronjuwelen fährt man dann langsam auf einem Laufband vorbei.Abschließend hielten wir noch nach den berühmten Raben Ausschau. Der Legende nach geht das britische Königreich unter, falls die Raben den Tower von London verlassen. Dummerweise haben wir heute aber keinen einzigen Raben gesehen. Entweder hatten die also ihren freien Tag oder es sieht für die Queen nicht so gut aus ;-)
P.S.: Mehr Fotos gibt es im Fotoalbum.












